
Wir haben bereits davon erzählt, welche Arbeit die Jungen aus der 5. Klasse (16–19 Jahre) geleistet haben, um die Plätze aufzurüsten, und dass sie dadurch ihr Verantwortungsgefühl für das Center und den Zusammenhalt in der Gruppe gestärkt haben.
Dieu ist einer von ihnen. Er war von Anfang an bei CFS Gothia Kimpese dabei. Dieu strahlt eine Ruhe aus, die sich auf die Gruppe überträgt. Er schafft das allein durch seine Persönlichkeit, ohne dass er seine Kameraden lautstark zurechtweisen müsste. Der 17-jährige Junge mit dem herrlichen Lächeln wohnt zuhause bei seinen Eltern, rund 30 Minuten vom CFS-Center entfernt. Er hat einen kleinen Sohn (Jaedie) von 7 Monaten, der bei Mamma Nadege, 16 Jahre, im Hause der Großeltern lebt.
Dieu ist Torwart, und das wollte er schon immer sein. Seine größten Vorbilder sind sein Vater, der 1973 Torwart in der Nationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo war, sowie Dida und Casillas, „die zurzeit absolut besten Torwarte“. Dieu hat noch ein Jahr bis zu seinem Schulabschluss und hofft sehr, auf der Universität Architektur studieren zu können. „So Gott will! Aber vor allem will ich ja auch ein richtig guter Torwart werden.“
Die Beziehung zu Jaedies Mutter, Nadege, ist gut. „Wir sind zusammen, und ich will nur sie heiraten. Wir verbringen jede freie Minute miteinander, sobald wir mit der Schule und den verschiedenen Arbeiten bei unseren Eltern zuhause fertig sind. Und dank CFS Gothia Kimpese kann ich auch ab und zu mit meinen Freunden Fußball spielen und Spaß haben. Das Leben ist manchmal schwer und mühsam, aber hier gibt es keine nennenswerten Probleme.“
Manches läuft im Leben nicht so, wie man es sich gedacht hat. Freud und Leid treffen uns auf unterschiedliche Weise und können gelegentlich unser ganzes Dasein auf den Kopf stellen. Mit 16 Jahren Vater zu werden, hatte Dieu nicht geplant. CFS Gothia Kimpese gibt ihm jedoch die Möglichkeit, noch eine Weile der unkomplizierte 17-Jährige zu sein, der er ist. Dieu ist vielleicht ungewöhnlich reif für sein Alter und Vater eines wunderbaren kleinen Sohns, aber gleichzeitig ist er auch ein ganz normaler 17-jähriger Junge mit Fußballträumen.
Am Samstag, den 1. Dezember, spielte die 5. Klasse ihr zweites Spiel in einem örtlichen Turnier hier in Kimpese. Das erste Spiel endete mit einem 1:0 Sieg für CFS Gothia. Bei dieser Begegnung, die am 17.11. ausgetragen wurde, kam es zu Tumulten, sowohl auf dem Platz als auch am Spielfeldrand. Wir sind vielleicht nicht ganz objektiv, aber wir hatten dennoch den Eindruck, die Jungen von CFS Kimpese wurden provoziert. Vor dem heutigen Spiel redeten wir viel darüber, dass man Respekt vor dem Schiedsrichter, voreinander und dem Gegner haben sollte und dass man die Ruhe bewahren muss, auch wenn man sich ungerecht behandelt fühlt – Fair Play!
Auch bei der heutigen Begegnung wurden die Spieler unnötig oft provoziert. Außerdem bot der vom Regen durchweichte Platz schlechte Voraussetzungen. CFS Kimpese spielte sehr gut und der Gegner hatte kaum Ballkontakt. Allerdings schoss die gegnerische Mannschaft ein Tor, nachdem ein Verteidiger von CFS Kimpese auf dem Lehm ausgerutscht war. Danach machte CFS Kimpese vier Tore, die jedoch wegen Abseits nicht anerkannt wurden. Die Jungen waren natürlich enorm enttäuscht über den Verlust. Bei der anschließenden Mannschaftsbesprechung redeten wir über den ungerechtfertigten Verlust, aber auch darüber, dass sie um eine wichtige Erfahrung reicher geworden sind. Sie haben nämlich sich selbst und allen anderen bewiesen, dass sie in der Lage sind, Fußball zu spielen, ohne Schiedsrichterentscheidungen in Frage zu stellen, und dass sie sich auf dem Platz benehmen können, ohne die Nerven zu verlieren. Nächsten Sonntag bekommen wir eine neue Chance. Bei einem Sieg ist uns der Halbfinalplatz sicher.
Vielen Dank für Ihre moralische und finanzielle Unterstützung, die es so vielen Kindern und Jugendlichen ermöglicht, trotz aller Verpflichtungen in ihrem Alltag unbeschwerte Stunden erleben zu dürfen.
Wir wünschen Ihnen weiterhin eine schöne Adventszeit. Zünden Sie gerne eine Kerze an für den Kongo.
Herzliche Grüße, Fam. Dawidsson. Kongo, Kinshasa.